Life is a Balance of holding on and letting go.

– Life is a Balance of holding on and letting go –

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Und nach sehr, sehr seeeehr  langer Blogpause habe ich mich dazu entschlossen, genau dieses Thema endlich aufzugreifen.

Denn kaum ein anderes Thema ist auf meinem Instagramblog so präsent wie „Liebe Frauheute, wie machst du das nur? Zwei Jobs, zwei Kinder, alleinerziehend – und TROTZDEM glücklich? Trotzdem in Balance? Trotzdem ausgeglichen?“. 

Nun. Vorneweg.

Das. Bin. Ich. Nicht.!.!.!.

Nicht immer jedenfalls.

Und das kleine Wort „trotzdem“ mag ich sowieso überhaupt nicht. Ich streiche es deshalb und ersetze es durch „gerade deshalb!“.

Ja, GENAU.

Gerade DESHALB bin ich ausgeglichen (meistens). glücklich (meistens). In Balance (meistens). zufrieden (immer).

Denn wir alle wissen: Der Grat zwischen Zufriedenheit und Glückseligkeit kann manchmal tiefer sein als der qualitative Unterschied zwischen Nutella-No-Name und Nutella-real-Nutella. Er befriedigt zwar, macht aber (meistens) nicht glücklich.

Und um ehrlich zu sein hat es monatelang gedauert, bis ich einen (für uns) passenden Weg fand. Einen Weg zwischen „is schon okay“ und „absolut Obergranatenobermegamäßigmegacool“. 

Einen Weg, der auf manche sicherlich etwas absurd und schräg wirken mag, für uns aber pures Glück bedeutet.

Die erste Zeit nach der Trennung verbrachte ich nämlich 2/3 des Tages mit Arbeit, 1/3 mit Kindern – und um mathematisch inkorrekt zu werden – weitere 2/3 mit dem Schreiben von To-Do-Listen (die sowieso nur zur Organisation der eigenen Gedanken dienten, aber im Nachhinein meine Stützen waren) und der Optimierung meiner Haushaltspflichten.

Nur so viel: OPTIMAL ist anders. Aber sauber isses trotzdem (meistens).

Ich habe geplant und gedreht, gewendet und verworfen. Habe gelernt, meine eigenen Bedürfnisse nicht immer hinten anzustellen. Habe begriffen – und zwar WIRKLICH begriffen, dass das System nur funktioniert, wenn die Mudda funktioniert (immer).

Und: Ich habe aufgehört zu jammern.

Über die Ungerechtigkeiten unseres „familienfreundlichen“ Landes. Darüber, dass man als Mutter eben doch benachteiligt ist. Darüber, dass  man als arbeitende Mutter noch immer missbilligende Blicke zugeworfen bekommt. Und als homestay-mudda auch.

Ja, ich habe aufgehört darüber zu jammern, dass es andere so viel leichter haben als wir.

Denn tatsächlich haben es sehr viele Menschen sehr viel schwerer als wir. Täglich. Und immer.

Und ich habe gelernt, dass Jammern nichts bringt. 

Natürlich könnte ich mich jeden Abend auf mein Sofa setzen und klagen (und das mache ich auch (manchmal) ). Aber dadurch habe ich nichts bewegt. Im Gegenteil: ich habe die wenigen Stunden Me-Time auch noch verjammert.

Und wer gibt mir meine Lebenszeit zurück?

Genau.

NIEMAND! 

Das ist übrigens Erkenntnis Nummer 1 gewesen:

So lange es dir gut geht, du in das System passt und funktionierst (immer) kannst du dich vor „Freundschaften“ und Einladung kaum retten. Kinderfest hier. Geburtstag da. Picknick im Park, Schwimmbad. Freizeit.

Du wirst gefragt und gehört.

Aber was meint ihr nun, wie es weiterging?

Genau!

Wenn du also Abends auf deinem Sofa sitzt, mal wieder 8 Stunden gearbeitet hast, die Kinder knatschig waren, weil „Wetter, Pippi, doofer Bagger und Sonne nervt“, wenn deine Haare aussehen, als hättest du den Schnittlauchtopf gestutzt (in braun), deine Haut eher an Kiwi als an Aprikose erinnert – WER ist dann da?

Richtig. Die vom Spielplatz sind es (meistens) nicht.

Also habe ich damit aufgehört so sein zu wollen, wie andere mich gerne hätten. 

Erkenntnis Nummer 2. 

Keiner lebt dein Leben – in der Not kannst nur du selbst dir helfen. Und wenn du dich umdrehst, gibt es sowieso immer irgendetwas  zu erzählen. Das ist das muddaschaftliche Gesetz. 

Und so mache ich mittlerweile das, was ich möchte.

Wenn ich einen anstrengenden Tag hatte, zwinge ich mich nicht mehr zu vermeintlich lustigen Scherzen. Ich mache mir Kaffee-to-go, schnappe mir meine Sonnenbrille, die Kinder und die Sandspielzeugtüte.

Und dann stelle ich mich tot. Einfach tot.

Manchmal mag man vielleicht noch ein „mhhh, leckerer Kuchen“  vernehmen. Das war’s dann aber auch.

Ich MUSS nämlich nichts. 

Jedenfalls nicht für andere.

Und wisst ihr was? Es lebt sich ausgesprochen gut damit.

Natürlich sind das nicht alle wesentlichen Punkte meiner „mach ich nich mehr“ Liste – aber ein paar.

Und die anderen?

Die findest du hier:

  • ich trennte mich von ‚Freunden‘ die mehr forderten als gaben, mehr okkupierten als freigaben und mehr jammerten als ich zu meinen besten Zeiten (Samstagabend auf dem Sofa)
  • ich trennte mich von Energievampiren. Menschen, die nicht sehen, dass man selbst hart an der Grenze ist, aber immer noch etwas negative Energie oben drauf setzten.
  • ich habe aufgehört zu schlafen. WIRKLICH. Und zwar im positiven Sinne. Zu Beginn meines Singlemomdaseins habe ich jede freie Minute zum Schlafen genutzt. Auch dann, wenn ich eigentlich überhaupt nicht müde war. Das ist in etwa so, als würde man fünf Tüten Gummibärchen auf Vorrat essen. Sicher ist sicher. Übel ist einem dann zwar trotzdem, aber was soll’s. Und das Ergebnis? Wieder keine Me-Zeit, wieder keine Kreativität. Dafür Kopfweh vom Viel-Schlaf und eine weitere tiefe Delle in meiner Komfortzone.
  • ich habe begonnen, mein Leben wieder zu finden. MEIN ganz eigenes kleines privates und persönliches Leben. Das Zwischen Kneipenabenden, Spa-Besuchen und Kaffee-Dates mit Freundinnen. Ganz ohne schlechtes Gewissen.
  • ich schreibe To-Do Listen um meinen Kopf zu sortieren, werfe sie dann aber weg. Weil: braucht kein Mensch.
  • ich habe gut auf mich geachtet. Ich habe mich noch gesünder ernährt. Weniger Kaffee getrunken (manchmal), habe wieder mit dem Laufen begonnen und bewusst einige Stunden alleine verbracht
  • ich habe aufgehört, perfekt sein zu wollen. Ich habe NICHT den perfekten Haushalt. NICHT das perfekte Outfit und NICHT die perfekten Kinder. Und trotzdem sind wir perfekt. Irgendwie.

 

Deshalb habe ich mit vielen Dingen meinen Frieden geschlossen. Fernsehen am Abend? Na gut. Eis zum Mittag? Na gut. Ein klebriger Küchenboden? Hmmm… nicht gut. Aber manchmal unvermeidbar.

Ich habe angefangen zu AKZEPTIEREN. Zu akzeptieren, dass ich wohl nie so sein werde, wie andere mich gerne hätten.

Dass es immer Menschen geben wird, die mich doof finden. Dass es immer Menschen geben wird die nicht verstehen können, dass man nach vier Stunden Schlaf und (manchmal) zu viel Kaffee einfach etwas durch den Wind ist.

Gesprächen nicht gut folgen kann. Den Besuch am Abend absagt. Und Tipps freundlich ausschlägt.

Denn ihr wisst doch:

Am Ende kommt es nicht darauf an, was andere über dich denken. Sondern du. 

Denn geredet wird sowieso immer.

Und weil so nunmal das muddaschaftliche Gesetz  lautet will ich wenigstens dafür sorgen, dass sie was zum Lachen haben. 

Sicher ist sicher.

In diesem Sinne

Frauheute

Aus Liebe zum Leben.

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3 Gedanken zu “Life is a Balance of holding on and letting go.

  1. Ein wirklich toller Beitrag. Ich bin zwar nicht alleinerziehend, aber da mein Mann und ich beide Vollzeit arbeiten, kenne ich auch dieses “gestresst“ sein, der Versuch es allen Recht zu machen und von hier ins dort zu hetzen….und am Ende wirkt man doch gestresst, genervt, schlecht gelaunt und manchmal auch unseren kleinen Wundern gegenüber einfach ungerecht.

    Wie wahr es ist, sich einfach frei zu machen und einfach versuchen, Dinge die man nicht ändern kann, hinzunehmen und das Beste draus zu machen.

    Ich liebe es, auch wenn der Tag noch so doof war, einfach die Welt mit den Augen meiner Prinzessinnen zu sehen und das was wir haben, zu genießen!

    Man sollte viel häufiger Ballast abwerfen!

    Und die Me-Zeit ist sooo wichtig! I Love It!

    Toll dass Du Deinen Weg machst!! Maximaler Respekt!

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  2. Jeder einzelne Punkt ist richtig! Richtig und wichtig. Am Ende des Tages musst du dir selbst doch eigentlich nur die Frage beantworten: „Warst du heute zufrieden?“ Wenn ja, super! Wenn nein, hast du morgen erneut die Chance etwas zu ändern, um so zu sein wie du dich selbst (und deine Familie) glücklich machst. Es klingt als hättest du deinen Weg zum „Ja!“ gefunden. Sehr schön!

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  3. Ach FrauHeute, ich mag dich. Ich mag dich und deine Texte. Und deine Einstellung zum Leben.

    Ich bin seit ca 2 Jahren alleinerziehend und fast Vollzeit arbeitend. Ich stimme dir in sehr vielen deiner Punkte zu.
    Es hat bei mir etwas gedauert, diesen / meinen Weg zu finden. Heute geht es mir gut. Ich bin zwar oft im Zeitstreß , gleichzeit aber entspannter als früher. Ich genieße öfter und bin dadurch zufriedener.

    Wenn ich manchmal das Gefühl habe, mir wächst alles über den Kopf und die to-do Liste wird immer länger, dann halte ich kurz inne und mache mir bewusst, was und wieviel ich schon geschafft habe. Dann bin ich stolz. Und zufrieden.

    Danke, dass du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt.

    Liebe Grüße Mareike

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