… Der Tag an dem es geschah…

dass ich Wasser mit Gin Tonic verwechselte und dabei mächtig cool aussah.

Für einen kurzen Moment. Aber nur einen ganz ganz kurzen.

Und warum ich meistens keine Partymuddi mehr bin.

pickerimage
… Nachrichten, die man am nächsten Tag halt von den besten Freundinnen bekommt.

Aber nun mal von vorne.

Das ist ja so: seitdem ich Mutter bin habe ich dem Alkohol (fast gänzlich) abgeschworen. Vor allem in größeren Mengen und zu später Stunde, denn Alkohol macht Birne hohl. Vor allem am nächsten Tag. Und dem danach. Und dem danach dann auch noch. Ihr seht: Das Dilemma ist groß.

Nun kam es also dazu, dass nach pubigem Gemütlichabend und zwei Gläsern Irish Snake Bite feuchtfröhlich beschlossen wurde: JAWOLL! Heute ist der Tag der Tage, der Abend der Abende, die Nacht der Nächte, kurzum: Heute ist es Zeit für einen dreitätigen Kater mit allen dazugehörigen Nebenwirkungen und Schlafdefiziten.

Ich war ja auch fast sexy. So in Jeans, mit Stiefeln, einem gestreiften T-Shirt und nem speckigen Highbun. Ich mein, klar, so begannen schon die coolsten Geschichten (außer die, an der ich meinen High Heel in einem Bierkasten verlor. Aber das ist eine andere Geschichte).

Und weil wir ja alle nichts zu verlieren hatten – das Outfit war einfach unzerstörbar – stiefelten wir los. Voll romantisch Hand in Hand, Bier an Bier, Herz an Herz. Fast wäre meiner Entschlossenheit ein Glitzerjumpsuit dazwischen gekommen, oder ein 15cm High Heel. Oder Rote Lippen, rougige Wangen und eine LV Clutch. Ihr seht: Ich hab mich wirklich total wohl gefühlt in meinem Samstags Muddistyle, der selbst Nachts noch aussah wie frisch vom „2-Tage und immer noch tragbar „Wühlberg. Ich atmete tief ein, suchte meinte innere Mitte, kramte meinte letzten zwanzig Euro aus der Hosentasche und setzte das falscheste Siegerlächeln auf, dass diesseits der Stadt hauptsächlich beim Verkauf gefälschter Rolex-Uhren praktiziert wird. „Einma füar mich bitte. hihi. Ich bin fei noch unter 30, nä? hihi. hicks. hihi“. Der Türsteher fand mich ungefähr so witzig wie ich Daniela Katzenberber in der Poco Werbung. Also eher so ganz und gar unlustig, um ehrlich zu sein.

Aber frohen Mutes wie ich war, ignorierte ich das einfach. Ich mein, ha! wer meinen Humor nicht versteht ist einfach noch nicht reif dafür. Oder es fehlen noch ein, zwei Schnäpse.

Das ist ja so: Schnäpse sind nix für mich. Echt. Da halt ich mich fern von – das schmeckt nach vergorenem Saft, hat einen Abgang wie der 6%ige Balsamico Essig und die gleiche Wirkung wie zwei Gläser Wein. Wieso sollte man sich den Abend damit verderben, zwei Schnäpse gegen vier Gläser Wein einzutauschen? Für mich ergibt das keinen Sinn.

Da standen wir also auf der Tanzfläche, ungefähr so sexy wie wir aussahen. Weinglas immer in der linken Hand, weil wir mit der rechten unheimlich lasziv (Anm. der Autorin: mit Mittelfinger und Daumen) schnippen mussten. Also, stellt euch vor: „schnipp schnipp Mambo Number 5 – SCHNIPP SCHNIPP SCHNIPP und hoch das Bein, links rechts links rechts SCHNIPP SCHNIPP SCHNIPP Hüftschwung, Handwurf nach oben YEAH“. Oder zu Backstreet Boys :“SCHNIPP SCHNIPP SCHNIPP Wiegeschritt, dann sehr laut „QUIT PLAYING GAMES WITH MY HEART“ SCHNIPP SCHNIPP und zack, Hand zum Herz und sehr theatralisch gucken. Kurz kreischen. (das muss so). SCHNIPP SCHNIPP“.

So verbrachten wir eigentlich unseren ganzen Abend, wäre da nicht diese fiese Blonde von der Toilette gewesen. Die die fand, dass mein Weinglas zu voll und meine Schnipper zu uncool waren (die hat mich noch nie auf ner Bierbank tanzen sehen. Die hätte mich sowas von lässig gefunden. Ich sags euch). Außerdem fand sie offensichtlich, ich sei zu jung für Ü-30. Ich mein, klar, ich hab noch paar Jährchen (nach offiziellen Angaben immer noch mindestens 9. Haha. Wer kann, der kann) aber ganz so dramatisch ist das doch auch nicht. Kann mich doch ein bisschen Schnippen und Wackeln lassen, da, so im Eck. Sie fand aber, man könne schon mal den dicken Larry raushängen lassen. „Also, bei Guido VYX auf der Party, ne (nochmal sehr laut: BEI GUIDO VYX AUF DER PARTY! (hallo hallo? haben es alle gehört? – JA ! Bei  GUIDO.  alles klar, muss voll wichtig sein. Dein Gemüseverkäufer oder so), da war es ja soooooo toll! Hach, da waren wirklich alle wichtigen Leute da (Blick zu mir – tötend. Während sie sich sehr herausfordernd vordrängte, mich anrempelte und weiter ging). Ich atmete. Ein. Aus. Ein. Aus. Innere Mitte. Innere Mitte. Ach, egal. So dringend muss ich eh nicht – Zack, weg war ich.

Ich mein, klar, man kann sich wehren – aber ich lasse das Karma siegen. Ich mein, ich bin Mutter. Hallo? Die Zeiten, in denen ich pöbelnd mit meinem Wodkaglas in  der Hand zurückstenkerte (damals ging Wodka noch ganz gut. Der Kater dauerte nur +/-12 Stunden, es schmeckte nach Limo mit Schuss und nicht nach 6%igem Balsamico Essig. Ihr kennt das..) sind vorbei. Einfach vorbei. Ich bin jetzt groß. Ich bin davon überzeugt, dass irgendeine wichtige Person ebenfalls auf dieser Party war, das dann gehört hat und dem Gemüseverkäufer das nächste mal sagen wird: Du, die Hildegard, der kannste keine Karotten mehr verkaufen. Auch keinen Fenchel. Die macht in der Disse nachts um halb 2 immer Gemüseeintopf auf den Newbies“.

Hach. Hihi. Diese Abende. Legendär. Und so kamen wir lachend und glucksend Nachts um halb 5 nach Hause, starben mal kurz einige Tode bis Mittags um 11, quälten uns aus dem Bett und waren wieder das, was wir eh am liebsten sind: Mutter.

Bei mir ist das nämlich so: Ich brauch das eigentlich nicht mehr. Klar, so alle paar Monate, da ist das immer ganz nett (da habe ich die Abende vorher auch schon weitgehendst aus meinem Gedächtnis verdrängt. Gegen Indoor Spielplatz und Wildgehe).

Ne, echt. Ich brauch das nicht mehr. Aber wenn es dann doch mal wieder so weit war, dann fühl ich mich immer voll cool. Jung. Hip. Spaßig und Lustig. Wie so ne echt lässige Mutti von heute halt. Dann ist das ein bisschen wie „atmen für die Seele“, ein bisschen Urlaub fürs Gehirn und Muskelkater für den Poppes.

Aber jetzt bin ich ganz froh, dass ich wieder ein paar Monate Ruhe hab. Bin ja keine 20 mehr, nä?

 

IMG_3221
… der Tag danach ist nie so cool, wie die Nacht sich angefühlt hat.

In diesem Sinne

 

Frauheute

 

Aus Liebe zum Leben.

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s