… warum es sich zu Träumen lohnt

… über Lebensziele, Träume und Wünsche.

Und warum Träume wirklich glücklich machen können.

Seitdem ich denken kann wollte ich Psychologin werden. Das klingt für viele sicher mehr nach „aha, na mach doch“ als nach „woar, voll verrückt. Du crazy Heute, du!“Aber ich sag euch: Es ist noch viel mehr als das. „Du bist doch wohl verrückt! Das kannst du nie, du hast doch noch nicht mal ein Abitur“. Stimmt. Hatte ich nicht.

Nach der vierten Klasse ging ich auf eine Mittelschule, nach der sechsten Klasse auf eine Realschule und dann war erst mal Schicht im Schacht. Ich begann artig eine Ausbildung zur Erzieherin (die ich eigentlich auch gerne mochte) und arbeitete so vor mich ihn. Im Hinterkopf immer diese fiesen kleinen Kopfgespinste von „du könntest doch, Mensch. Deine Träume, denk an deine Träume“. Und diese Gedanken machten mich meist sehr unglücklich.

Bis zu dem Tag an dem ich beschloss, mein vergangenes Leben hinter mir zu lassen und noch einmal komplett von vorne anzufangen.

Ihr müsst wissen: Ich war noch nie ein Mensch halbgarer Taten – und so kam es, dass ich innerhalb von zwei Monaten aus dem Zimmer meiner Eltern auf dem Land in eine eigene Wohnung in die Großstadt zog. Ich kaufte ein Federmäppchen, unterschrieb einen Schulvertrag und stand vier Wochen später pünktlich zum ersten Schultag vor der Eingangshalle. Hallo Schule, du hast mich wieder! Ganze vier Jahre quälte ich mich da so durch – und glaubt mir, es war nicht immer einfach.

Aus meinem wohl behüteten Elternhaus stürzte ich mich ins Abenteuer, mein erster Gedanke am Bahnhof – ich erinnere mich noch ganz genau – :“Oh mein Gott, was sind denn das für Leute hier?“. Der Kulturschock meines Lebens ereilte mich die grüßten mich einfach nicht, die spuckten auf den Boden und in der Schule trugen die einfach High Heels. Ich mein, HALLO? HIGH HEELS? Da saß ich also, mit meiner ausgebeulten alten Jeans, brauner Wolljacke und ZWEI geflochtenen DUTTS in meinen Haaren (höhö, bei dem Gedanken muss ich immer noch lachen) – und wusste gar nicht so recht, wo mir eigentlich der Kopf steht.

Ich war süße 19. Weder wusste ich wer ich bin, noch was ich hier mache. Aber ich wusste, wo mein Weg mich hinführen soll.

Entgegen meiner Erwartungen waren die Menschen keine Kreaturen anderer Galaxien, sondern eigentlich ganz nett. Klar, die hatten coolere Klamotten und hübsche Nägel, hatten Ahnung von Mode und Stil – aber mei, die Sonderlinge gibt es ja in jeder Klasse.

Die Jahre vergingen, mein Leben bestand zu 60% aus Arbeit und zu 40% aus Schule. Im letzten Jahr – kurz vor meinen Abiturprüfungen – erblickte meine erste Tochter das Licht der Welt. Die Aufschreie hättet ihr hören sollen, ihr hättet was gelernt. „waaaaas? JETZT ein Kind? Erst ziehst du aus, machst dein Ding und dann kommt ein Kind? Das schaffst du nie“. Aber ihr wisst ja: Gegenwind wird bei mir nur genutzt, um das Segel anzutreiben.

So schloss ich als Drittbeste des Jahrgangs das Abitur ab – drei Monate später saß ich das erste mal in meinem Leben in einem Hörsaal. Statistik 1 – und es lief. Meine Kommilitonen waren unheimlich freundlich und offen, ich fand schnell Kontakte und war glücklich. Es war surreal. Hier, da, wo ich immer sein wollte.

Im 5. Semester schenkte ich meiner zweiten Tochter das Leben. Na, ihr wisst es schon, oder? „So kurz vor dem Abschluss! Das schaffst du NIE! Du wirst nie einen Job finden, was tust du dir da an?“. Ja, was tue ich mir da an? Ich sag es euch:

Ich lass die Liebe ein mein Leben.

Jetzt mag man sagen:„Ein Glück hast du! Das hätte auch alles schiefgehen können!“. Nein, das hätte es nicht. Denn schief geht nur das, was ich selbst als schiefgehen bezeichne. Das ist wohl eher eine Sache der Bewertung – nicht unbedingt eine Sache der Tatsachen.

Ich habe in meinem Leben ja schon einiges erlebt, aber gelernt habe ich folgendes:

Wenn jemand zu dir sagt:„das kannst du nicht“ dreh dich um zeig ihm den Finger. Den mittleren! Was du kannst oder nicht kannst, das hast nur du selbst zu bestimmen – in manchen Fällen auch zu erfahren. Aber die Konsequenzen trägst am Ende du – positive wie negative.

Letztlich hatte ich einen besseren Abschluss als viele meiner Kommilitonen (und das mit zwei Kindern). Ich habe noch keine feste Stelle, aber ich bin voller Zuversicht. Denn würde ich den Kopf in Sand stecken, wäre allerhöchstens die Sonne weg. Nutzen hätte ich davon keinen.

Natürlich gibt es Tage, da will ich am liebsten in einer Höhle wohnen. Im Wald. Ohne Internet, anderen Menschen und ohne Verpflichtungen. Da will ich Kerzenschein, Campingkocher und Yoga. Aber das ist nicht sondelich realistisch.

Ich glaube, das Leben hält viel für einen bereit – man muss es sich nur nehmen. Man muss es sich nur zutrauen: Wisst ihr, wer sagt, Träume behindern nur, der hat nur nicht den Mut sie zu verfolgen.

Vielleicht sind manche  Träume auch nur dazu da, um geträumt zu werden. Andere, um verfolgt zu werden. Aber wenn die Gedanken an den Traum einfach nicht mehr weichen wollen dann lohnt es sich vielleicht, noch einmal genauer hinzusehen. Einzufühlen, hinzuhören und nachzufühlen.

Ich glaube, dass alle großen Dinge mal aus Träumen gemacht wurden.

Träume sind nie Grund zu Missmut. Und sind sie es doch, wäre es vielleicht an der Zeit zu erforschen, weshalb sie einen so unglücklich machen. Manchmal ist es nämlich anstrengend, langwierig und aufopfernd. Dann sitzt man lieber auf dem Sofa als auf dem Fahrrad. Dann ist man eigentlich sauer auf sich – und nicht auf seinen Traum – der oft so unerreichbar scheint.

Und manche Träume sind vielleicht auch einfach nur ganz echte Träume. Immer schon wollte ich Prinzessin sein, Prinz H. ist aber leider mit semi-heißen nackten B-Models in der Bierpinte. Oder ich hätte gern den Po von K. K., hab aber nur ne Wölbung von 4,5 cm. Aber selbst dann: Wenn mir der Adelstitel reicht, könnte ich auch 55 Jahre darauf sparen und mir dann heimlich einen kaufen „Frau von und zu Heute von Morgigen“ – klingt ganz nett. Und Silikon in den Backen hat ja auch noch niemandem geschadet.

Aber ich schweife ab…

Ich glaube, man ist oft viel stärker als man meint zu sein. Ich glaube auch, dass man selbst am allerbesten weiß, was wirklich gut für einen ist und zu was man wirklich in der Lage ist. Ja, ich glaube sogar, dass manche Träume schon deshalb nicht gelebt wurden weil alle sagten:„das geht nicht! Das schaffst du nicht! Das geht schief!“.

Und hätte ich darauf gehört, ich säße heute noch auf dem Land in einem Beruf, der mich nur halb erfüllt. Vielleicht wäre ich glücklich. Vielleicht auch nicht. Aber ich bin mir sicher: Im Hintergrund hätte ich sie immer wieder gehört, diese fiesen kleinen Stimmen:“Du wolltest doch Psychologin werden! Schon immer wolltest du Psychologin werden! Mensch, Heute! Was da los?“.

Wie heißt es so schön?

„Wünsche sind die beachtlichsten Brückenbauer und die mutigsten Begeher“

Elfride Hablé

Wünsche und Träume sind doch irgendwie beides: Motor und Antrieb.

Und am Ende zählt trotzdem nur, wer die Karre gelenkt hat. So ist das mit den Träumen. 

In diesem Sinne

Frauheute

Aus Liebe zum Leben.

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “… warum es sich zu Träumen lohnt

  1. Wow!! Du kannst verdammt stolz auf deinen Weg sein!! Stolz, weil du dir selbst so treu geblieben bist!! Dein Text macht mut, an sich selbst zu glauben!! Träume können wahr werden!!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s