Montagsblues…

.. und warum ich eh viel lieber „Olaf“ als „Superwoman“ bin. 

 

An Montagen, da komme ich eigentlich nie so richtig in den Tag. Da will ich Wochenende, Kinderzeit, um 23 Uhr Pizza von Bolivia und keinen Briefverkehr. Da will ich schlafen, nicht-duschen, einen speckigen Highbun und Wollsocken von Omma.

An Montagen brauche ich nämlich prinzipiell mindestens fünf Tage, um mich mit meinem study-working-mom-Schicksal zu arrangieren. Und dann ist ja auch schon wieder Wochenende- wie praktisch! 

Nein, aber mal ehrlich. An Montagen brauche ich Motivation, einen Wochenplan – oder eher: überhaupt einen Plan – gute Musik, leckeres Essen und ein bisschen Stress. Sonst wird das nix.

Naja, und natürlich Kaffee. Intravenös – aber das ist ja wohl klar.

An Montagen stehe ich deshalb am liebsten eine Stunde vor den anderen auf, schreibe meine To-Do Liste, Einkaufsliste, Studienzielliste, trinke meinen Kaffee in aller Ruhe, höre Leonard Cohen und Frank Sinatra.

Denn wirklich nichts finde ich schlimmer, als die Woche mit verschlafen, Stress oder kaltem Kaffee zu beginnen. Manchmal neige ich dazu, mein Vorhaben für eine einzige Stunde länger Schlaf zu vergessen – und ich bereue es jedes Mal. Jedes Mal!  Ich hätte früher nie für möglich gehalten, wie wohltuend eine Stunde Einsamkeit am Morgen wirklich sein kann.

da kann man dann

  • unhealthy heimlich Schokolade zum Frühstück essen
  • Musik ohne Kindertrommeln und Babyrasseln hören
  • to-do Listen ohne Kindergekritzel schreiben
  • Zähne putzen ohne Fremdeinwirkung
  • das Chaos vom Vorabend beseitigen
  • 10 Minuten lang die Wand anstarren und den Montag verfluchen
  • sich überlegen, welche weiße Bluse man für eine einzige Stunde anziehen möchte
  • Kinderbrote zubereiten, ohne angebissene Ecken
  • da ‚ihhhh‘ und ‚ähhhhh‘ über das Gemüse in der Kitabox dürfen sich nun die Erzieher anhören
  • sich über Concealer morgens um halb acht freuen
  • die Kinderkleidung zurecht legen – dann passt es plötzlich farblich auch wirklich zusammen
  • eine „das macht mich heute glücklich“ Liste führen – weil: das macht wirklich glücklich

Neben meiner To-Do Liste die Wochentage, Uhrzeiten, Termine, To-Do’s, Rezepte & Freizeitaktivitäten enthält, versuche ich jeden Morgen mindestens 3 Dinge aufzuschreiben, die glücklich machen. 

So einfach das auch klingen mag – hier liegt in der Regelmäßigkeit die Kraft.

Dazu habe ich ein kleines Büchlein, das sich langsam immer mehr füllt – und ab und zu lese ich mir dann alte Einträge durch – zum Beispiel die vom Silvestermorgen, die von letzter Woche oder auch die von vor drei Monaten. Und dann schmunzele ich manchmal ein bisschen und denke so:“ wow, das hat mich damals also glücklich gemacht. Das habe ich fast vergessen“.

Die Idee habe ich übrigens von hier.  Manchmal lese ich mir auch einfach nur schöne Aphorismen durch, schreibe sie auf. Gebe meiner Woche ein ganz eigenes Motto, eine Überschrift. Mein Wochenmotto letzte Woche war zum Beispiel: „wer die Unvernunft nicht kennt, wird auch nicht glücklicher leben“. Das habe ich mir sehr zu Herzen genommen und erst mal eine Runde Mittagsschlaf gemacht – danach sah die Welt auch schon viel besser aus. Das war Prokrastination unter dem Deckmantel der Achtsamkeit – lief aber ganz gut.

Eigentlich ist das alles auch gar nicht so viel – es erfordert nur ein wenig Überwindung, auch wirklich dran zu bleiben. Und auch wirklich aufzustehen!

Aber: mich macht es glücklich. Vor dem Trubel noch ein wenig Ruhe, ein wenig Besinnung in all der Hektik. Rück-Besinnung – das ist wohl die Quintessenz des Ganzen.

Ich kann zwar die Montage nicht abschaffen (glaubt mir: das würde ich!), aber ich kann sie ein bisschen weniger dramatisch gestalten.

Ein bisschen mehr mit Liebe füllen – und mich auf das freuen, was kommt.

Ich finde ja, im Stress kann man ganz oft erst wunderbar kreativ werden. Und das Kennenlernen der eigenen Grenzen muss auch gar nicht immer negativ ein – sondern sagt einem selbst so viel über sich.

Ob man das mag oder nicht, das muss man dann schon selbst entscheiden. Ich wär auch lieber Superwoman, bin aber doch eher Olaf von Frozen.

Aber wenn ich schon der Olaf bin, dann Bitteschön auch glücklich!

Für: Mehr Grenzen, mehr Olaffe (Olafs?), mehr Prokrastination und früh aufstehen an Montagen!

Auf das Leben – auf die Montage!

In diesem Sinne

Frauheute

Aus Liebe zum Leben.

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Ein Gedanke zu “Montagsblues…

  1. ein feuchtfröhliches hallo aus frankfurt … statt zu lernen gönne ich mir eine kleine pause und stöbere auf deinen Block herum… gefällt mir sehr gut die Idee des Wochenplans… vielleicht findet das irgendwann nach der Klausurphase auch bei mir Anwendung ;D haha es wird ja immerhin jetzt früher hell …

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