warum ich studiere…

… was ich studiere. Und warum ich das eigentlich ganz gerne mag.

 

Vorneweg: erst einmal einen herzlichen Gruß aus der Bibliothek ! Hier herrscht Chaos und Zerstreuung, Bulimielernen & fünf-Liter-Kaffeekonsum.

Okay, ich übertreibe. 2,5 Liter und 1 Liter Red Bull.

Aber trotzdem: hier regiert momentan die Bildung, es sei mir verziehen.

In letzter Zeit habe ich viele private Nachrichten bekommen (und ich hab mich übrigens sehr darüber gefreut!): „wieso studierst du Psychologie?“, „wie kamst du dazu?“, „kannst du es empfehlen?“ „wie ist das Studium so?“ . Leider kann ich derzeit nicht jedem Einzelnen persönlich antworten, möchte euch aber dennoch einen kurzen  – und vor allem subjektiven – Einblick in meine Studienwahl und mein Studium geben.

Das ist fast ein bisschen romantisch: seitdem ich denken kann wollte ich Psychologin werden. Ich kann nicht mal genau sagen, warum eigentlich. Vielleicht war es das Interesse an den Menschen, am Denken, Fühlen, Verhalten & Interagieren. Zu Beginn war es vor allem Neugierde, ein bisschen Profiler im Hinterkopf, Freud, Psychoanalyse und Gedankenlesen. Naja, ihr könnt euch denken: DAS ist es natürlich nicht – ein bisschen naiv bin ich da wohl auch ran gegangen.

Denn zu Beginn ist das Studium vor allem eines: Mathe-lastig. Statistik rauf und runter, Forschungsmethoden, Fragebogenkonstruktion, Analysen, Mittelwertvergleiche und Diagramme. Die Papers und Studien sind meist englisch – ich und englisch. Haha. Damals zumindest – nach einigen Semestern ergibt man sich seinem Schicksal und freundet sich langsam an – was bleibt einem auch?

ABER: es wird besser, viel besser. Nach den ersten zwei Semestern – und der Beendigung der GOP (Grund- und Orientierungsphase) kehrte auch die Freude zurück: Klinische Psychologie, Wahrnehmungspsycholgie, biologische Psychologie, differentielle Psychologie, Arbeitspsychologie – alles war dabei. Und ich war glücklich.

Das Studium ist nicht unbedingt einfach, was allerdings vielmehr am Umfang, als am Stoff selbst  liegt. Es sind wirklich Unmengen an Skripten, Büchern, Papers und Studien, die man für nur eine einzige Prüfung gelesen haben muss. An unserer Universität gibt es zu jeder Vorlesung auch ein Pflichtseminar – und in dem heißt es: Referate und Gruppenarbeiten. Immer und immer wieder Gruppenarbeiten. Das ganze Studium war eine einzige Gruppenarbeit 😉 Das muss einem liegen – dessen sollte man sich vorher bewusst sein (mir liegt das übrigens nur manchmal. Ich bin trotzdem durchgekommen – aber manchmal, da hat es mich eben auch ganz unfassbar genervt! Ich alte Einzelkämpferin).

Darüber hinaus wäre es gut, wenn ihr weder schwerwiegende Matheprobleme noch riesige Lücken in Englisch habt- aber selbst dann wäre es sicher machbar (mit einem gewissen Grad an Mehraufwand vermutlich).

Und der nicht so schöne Teil: Es gibt einen NC, der dem von Medizin leider gar nicht so unähnlich ist. Im Mittel so von 1,0  bis 1,4 (manchmal hat man Glück und rutscht bis 1,6 /1,8 noch nach). Ich würde raten: Bewerbt euch einfach, egal mit welchem NC. Es kann nur klappen oder nicht-klappen. That’s life. Und Nachrutschen wäre immerhin möglich – ist ein bisschen Aufregung schadet ja nicht, Adrenalin & so.

UND: Als Psychologin ist man KEINE Therapeutin. Eine Therapeutin darf sich kassenärztlich niederlassen und therapieren – ich darf das nicht. Eine psychologische Psychotherapeutin hat eine jahrelange Zusatzausbildung genossen (die finanziell übrigens ordentlich zu Buche schlägt!) .Ich bin „nur“ Psychologin. Ich darf damit in der Klinik arbeiten, als Schulpsychologin, in der Werbung, im Arbeitsamt, beim Jugendamt etc. Das ist wirklich das Positive an dem Studium: das anschließende Arbeitsfeld ist wirklich weit, man ist nicht so festgefahren. Das mag ich sehr.

Und wie das immer so ist: Es ist ein Bachelor & Masterstudiengang. Ich habe bisher nur meinen Bachelor – und damit kann ich wirklich nicht sonderlich viel anfangen. Der NC des Masterstudiengangs ist wieder so hoch wie beim Grundstudium.  Der elende Kampf um die besten Noten hört also nie auf – ein bisschen Leistungsorientierung wäre also auch von Vorteil.

Aber ich bin guter Dinge – und wenn nicht: das Leben geht weiter, dann muss ich mir eben einen Alternativplan überlegen. Darin bin ich sowieso ganz gut.

Also, mein Resümee: Ich würde es immer wieder so machen. Ich würde mich nur ein wenig mehr darauf vorbereiten, dass es eben nicht so läuft wie bei „Bones“ oder „‚Hannibal“. Dass es eben doch ein Bachelor of SCIENCE ist – eine Wissenschaft. Und das hat man dem Studium auch deutlich angemerkt.

Aber: JA! Ich kann es empfehlen.

Jeder erlebt das Studium natürlich anders, das ist klar. Es gibt einige unseres Jahrganges, die haben den Studiengang abgebrochen, gewechselt oder es schlicht nicht bestanden – aber es war die Minderheit. Es ist sicherlich nicht für jeden was – aber wissen kann man das ja erst, wenn man es ausprobiert hat.

Und falls ihr euch wirklich gar nicht entscheiden könnt – die Studienberatung soll manchen schon geholfen haben, einen Versuch ist es doch allemal wert 🙂

Traut euch – es ist wirklich nicht so schwer wie ich dachte, dass es ist. Es war machbar – auch mit Kindern.

Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen mit diesen Zeilen ein wenig helfen.

In diesem Sinne:

frauheute

Aus Liebe zum Leben.

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