Liebe frauheute

wo sind denn nur deine tiefgängigen Beiträge geblieben? Momentan ist es fast ein wenig so, als wärst du abwesend. An der Oberfläche. Ohne Tiefgang. So, als wärst du nur noch Stillleben und Samplefrau. 

Meine lieben Leser. Momentan bin ich vor allem eines: Gestresst. Müde. Wütend. Knatschig. Knitterig und knauserig.

Meine sechs Wochen anhaltende Pechsträhne hat mich voll im Griff. Es fing an mit diversen Kinderkrankheiten, ging über zu work-work-work-study-study-mom, schlitterte kurz bei Horrornächten vorbei und parkte dann auf dem Stellplatz neben meinem Auto. Dem kaputten (alt/neu). Vier Tage alt. Direkt neben meiner Waschmaschine, die sich nach 7 glanzvollen Jahren ebenfalls verabschiedete. Aber natürlich nicht einfach so – sondern mit einer 5cm hohen Überschwemmung im Badezimmer. Und neben dem kaputten Auto und der rostigen Waschmaschine steht auch mein nigelnagelneues Macbook,  das nahezu autonom eine Nagellackdusche zelebrierte (ich schwör! das war ich nich. haha. is klar – aber es LEBT!). Im ersten Stock der Garage zu finden: Druck im Nacken wegen der nahenden Prüfungen, alleinerziehenden-feeling weil zwei Wochen 24/7, hardcore Schlafdefizit, dem hieraus resultierendem immensem Kaffeekonsum & den damit verbundenen Zittrigkeiten.

Kurzum: das Leben hat sich gerade gegen mich verschworen, ich spür das! Echt jetzt.

Da gibts so Tage, da will ich mich am liebsten unter dem Teppich verkriechen, Krümel essen und nie mehr rauskommen. Fast nie (sollte ich richtiges Essen serviert bekommen, würde ich mir das nochmal überlegen). Ich will dann nur noch liegen, jammern, lamentieren und vor allem will ich alles und jeden verfluchen.

Was hat das alles mit meinem schlafenden Tiefgang zu tun ? 

Nun, momentan fühle ich mich  ein wenig wie in einem schlechten Film. Ants zum Beispiel. Oder die Schlümpfe. Oder die Neuverfilmung von Faust. Ihr seht schon: schlecht. ganz ganz schlecht. Und wäre es nicht mein eigenes Leben, dann würde ich dem ganzen vielleicht auch ein wenig Witz abgewinnen. Ein bisschen darüber lachen. Schmunzeln. Und dann natürlich trotzdem trösten.

Is aber nunmal MEIN Leben. Deshalb kann ich da auch fast nicht drüber lachen  -aber: mit Musik. Ruhe bewahren. Nerven füttern. 5-Minutenpausen machen & früh ins Bett gehen gehts.

Tatsächlich höre ich gerade die guten alten System of a Down Platten (Mezmerize  – i LOVE IT), versuche meine negativen Gedanken und fiesen aggressiven Gefühle loszuwerden und die Dinge anzunehmen, wie sie nunmal sind.

Ich weiß ja, irgendwie gehören die halt dazu zum Leben, die sind quasi mitgebucht.  Diese Arschloch-Phasen/Tage/Wochen/Stunden-und hoffentlich nicht Monate. In denen nix rund, aber dafür alles eckig läuft. In denen die Milch sauer, die Füße nass, das Parfüm umgekippt und die Butter zu hart ist. Da stinkt sogar die Dove-Körpercreme und das Shampoo verleiht dem Haar keinen Glanz, sondern im besten Fall nur Schmierfett.

In solchen Phasen muss ich mich immer wieder ein wenig rückbesinnen, darauf, dass es letztlich ja doch nur Phasen sind.

Darauf, dass der Himmel immerhin noch lila-blassblau-rosa ist

  • der erste echte Schnee des Jahres fällt
  • meine Kinder gesund und munter sind
  • ich genug zu Essen im Kühlschrank habe (auch, wenn die kacken Butter viel zu hart ist!)
  • die Minima heute ihr erstes eigenes Kuscheltier ganz bewusst selbst ausgesucht hat (und nicht dieses Ikea-Hipster-Schwein, sondern den etwas tapsig dreinblickenden Hund)
  • mir beim Öffnen der Motorhaube nicht alle zehn, sondern nur vier Fingernägel abgebrochen sind
  • die Maxi und ich ab Montag jeden Abend drei Stunden nur für uns haben werden – das wird schön!
  • dass Weihnachten vorbei ist, meine Hosen auch fast noch passen und ich immerhin lackierte Fußnägel habe
  • und ich die allerallerwertvollsten und wichtigsten und tollsten Freunde der Welt habe!

Ja, ich besinne mich darauf, dass diese Doof-kacka-ich-muss-brechen-Phasen schon irgendeinen Sinn haben werden. Immerhin bin ich mit dem Auto nicht in die Luft geflogen, als es heute auf der Kreuzung einfach stehen blieb. Aus die Maus – die Karre is tot.

 

Sondern ich besinne mich darauf, dass ich ja irgendwie auch was daraus lernen kann. Zum Beispiel, wie stark man tatsächlich sein kann, wenn man es nur muss. Wie ätzend zwar die Umstände – aber wie heile die Welt trotzdem sein kann. Und Umstände kann man ändern – die Welt nicht!

Die letzten Wochen habe ich vor allem eines gelernt: rücksichtsvoll mit mir selber zu sein. Man hat halt doch nur ein Nervenkostüm, nur 893475948 Haare, die grau werden können und nur circa 5cm Platz, um Falten zu schlagen. So läufts.

Aber vielleicht habe ich in letzter Zeit etwas Wichtiges aus den Augen verloren: die Besinnung auf die wirklich wichtigen Gedanken.

Ihr wisst ja: Gedanken sind Gefühle. Gefühle sind Handlungen. Handlungen sind Gegenwart. Gegenwart ist Zukunft. Zukunft ist leben.

Deshalb: Ich werde mich jetzt mit einer guten Flasche Wein auf die Couch kuscheln, gute Musik hören und  dankbar sein für das, was ich habe. Dankbar dafür, wie es ist. Denn: Alles was ich verloren habe, kann ich auch ersetzen.

Und das – das ist wohl keinesfalls selbstverständlich, oder?

Ich trinke heute auf kaputte Autos, rostige Waschmaschinen, todesmutige Mabcooks, an der Hose klebende Taschentücher, leere Unitaschen mit getragenen Feinstrumpfhosen, kleine Triefnasen & große Freundschaften.

 

Auf das Leben – PROST!

 

Schwierigkeiten lösen sich manchmal einfach, indem man sie als Preis für die Augenblicke des Glücks annimmt.

 © Romana Prinoth Fornwagner

In diesem Sinne

frauheute

Aus Liebe zum Leben.

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