… Liebes 2015 – Tschühüüüssi!

… du hast sowieso genervt. Echt jetzt.

 

Das ist nämlich so: 2015 war ein verdammt hartes Jahr. Und es ist wirklich nicht so, dass bei mir jedes Jahr ein verdammt hartes Jahr ist, nein, ehrlich nicht! Ganz und gar nicht sogar! Manche Jahre sind besonders harmonisch, glücklich, gesund, gewinnbringend und aufregend.

2015 war eher so

  • anstrengend
  • müde
  • stressig
  • energiezehrend
  • unstrukturiert
  • planlos

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Und trotzdem schön.

Klingt das komisch?

 

 

Aber fordert nicht alles Schöne irgendwie auch seine ganz eigenen Tribute? Oder ist ein Jahr nur dann gut, wenn es keine Ansprüche stellt, keine Forderungen verlauten lässt und stets planbar ist?

Und ist ein Jahr dann überhaupt je gut?

Bei mir zum Beispiel war dieses Jahr geprägt von vielen Hochs, auf die manchmal auch ein Tief folgte. Es war geprägt von beruflichen Orientierungen, Umorientierungen und Umstrukturierungen. Geprägt von der Akzeptanz dessen, was kommen mag. Ungeachtet dessen, was bereits war.  Der Annahme der Dinge, die ich ohnehin nicht beeinflussen kann.

Es war geprägt von vielen schlaflosen Stunden, von noch mehr Tassen Kaffee und heimlichen Nickerchen beim Bücherlesen.

Das Jahr 2015 war vor allem L-E-B-E-N. Leben in einer Welt, in der Aufgeben gleichbedeutend mit Verlieren ist, in der Wanken gleich Fallen bedeutet und Melancholie ein Zeichen von Schwäche ist.

Eine Welt, in der vor allem die schönen Dinge gesehen werden wollen. Und Planlosigkeit keinen Platz hat.

Eine Welt, die immer virtueller – und damit immer un-wirklicher wird. Weil der Vergleich immer stärker – und die Unzufriedenheit immer größer wird.

Weil zu einem „ich will xy haben“ jetzt auch noch ein „ich will sein wie xy“ hinzukommt.

Und man manchmal erkennt, dass man sowieso nie Person xy sein wird, weil man halt einfach Apfelbaum AB ist. Dann ist man kurz ein bisschen böse auf das eigene Dasein, ein bisschen trübselig, weil man von seinem eigenen Ideal so weit „entfernt“ ist.

…  aber vielleicht hat man einfach vergessen, dass Person xy gerade deshalb ein Idol ist, weil es sie eigentlich gar nicht gibt. Weil der Schein und das Sein machmal völlig entgegengesetzte Wege gehen.

Ja, deshalb war ich 2015 manchmal ein wenig aufgebracht. Weil ich viel zu sehr versucht habe etwas zu sein, das ich gar nicht bin.

Am Anfang ist das spannend, am Ende nur noch deprimierend.

Weil man dabei vor allem eines verliert: sich selbst. Und was bleibt einem dann noch, wenn man zwar aussieht/besitzt/verfolgt, was Person XY hat, aber nicht mehr weiß, was man selbst wirklich mag?

Für 2016 habe ich mir vorgenommen: Ich bleibe Apfelbaum AB. Apfelbäume können auch sehr viel. Die können wachsen, austreiben und blühen. Vor allem blühen.

2016 will ich weniger selbstkritisch sein, weniger zweifeln und mehr Wein trinken. Ich will wieder öfter unbeschwert lachen, ich will im Gras liegen und den Wolken nachsehen. Ich will wieder mehr lesen, weniger urteilen und häufiger Mandarinen essen. Ich will ins Theater gehen, Konzerte besuchen, über Dinge schreiben, die mich wirklich glücklich machen. Ich will häufiger Sport machen, öfter im Wald spazieren und weniger nachdenken. Ich will Heißluftballon fliegen, Snowboarden gehen und zum Oktoberfest will ich auch! Ich will mehr helfen, weniger fordern und weniger vergleichen. Ich will öfter Kloß mit Soß essen und weniger Bratwurst. Ich will meinen Kalender länger als eine Woche führen und meine Bilder von meinem Handy importieren. Ich brauche Platz – weil freie und neue Gedanken Platz zum Wachsen benötigen.

Aber dafür brauche ich Zeit!

Und das, liebe Leser, ist mein ganz großer Vorsatz für 2016: Ich will mir wieder mehr Zeit für mich nehmen. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Ganz ohne Schuldgefühle. Einfach so. Nur das Leben und ich.

Und dabei ist es ganz egal, ob ich einen Tag wandern gehe, 5 Minuten Kaffee trinke, eine Stunde Blumen beim Wachsen beobachte oder 3 Stunden tanzen gehe.

Ich bin Mutter – und ich bin Frau.

Dieses Jahr wird mein Jahr, das weiß ich . Ich weiß es sogar ganz genau.

In diesem Sinne

Auf die Muddis!

 

frauheute

Aus Liebe zum Leben.

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