Panikattacken, Läusemythen und Kopfkino

.. warum der Tag zwar gut anfing, aber gar nicht so gut endete.

Als Mama, da hat mans schon nicht leicht. Ja, irgendwas ist eigentlich immer. Zum Beispiel findet man das liebevoll geschmierte Butterbrot hinter der Spielzeugkiste im Schlafzimmer „Ieh Mama, tut mir ja echt leid, aber das war SO eklig“, tritt innerhalb der ersten zwei Wachminuten auf fünf minikleine Legosteine, kratzt Kaugummi von Küchenplatten – oder man wird im Kindergarten mit den Worten „Hey, wunderschönen Guten Morgen Frau Heute, wir haben die Läuse!“, begrüßt. Ich sags ja: irgendwas is immer.

Als würde es nicht genügen, jährlich 25 Erkältungen, 13 Magen-Darm-Erkrankungen und zusätzlich 3638 nicht näher definierte Ausschläge auszukurieren, muss ich mich jetzt also auch noch damit rumschlagen. Ja, vielleicht übertreibe ich. Dazu neige ich ein wenig.

Es ist ja nicht so, dass wir das erste mal die Läuse im Kindergarten haben. Eher so das 4. Mal – aber irgendwie ist es jedes mal wieder ein Schock für mich. Ich glaube, es ist die Vorstellung, dass da irgendwas leben KÖNNTE. Auf MEINEM Kopf – Hallo? Bisher sind wir übrigens immer davon verschont geblieben – und ich hoffe, dass das Glück uns auch dieses mal hold ist.

Komisch muss es schon ausgesehen habe, als ich da so phantom-mäßig meinen Kopf kratzte, während ich nach Hause galoppierte um Dr.Google zu befragen, was man im worst case – im ABSOLUTEN worst case – denn machen könnte.

Interessanterweise war das, was ich da las, gar nicht so tragisch. In meinem Kopf spukten Sätze aus meiner Kindheit „Nur schmutzige Kinder haben Läuse! Die haben die von ihren Haustieren. Und wenn einer die hat, dann haben die alle!“. Ihr seht schon, meine Mama machte da kurzen Prozess.

Dr. Google führte mich direkt auf die Seite von 10101 semiprofessionellen Läusebeseitigern, schlimmen Forenschlachten und schließlich zu Nyda .

Echt, mein Wissen ist in diesem Bereich ungefähr genau so ausgeprägt, wie in der fehlerlosen Anwendung der japanischen Sprache. NICHT also.

Erst mal ist das wohl so, dass das gar nicht alle in der Familie haben müssen. Puhhh (das findet man wohl mit einem Läusekamm raus. Muss ich mal suchen, so ein Ding). Und Tiere übertragen das auch nicht. Das ist jetzt nicht so spannend, weil wir haben keine Tiere. Aber trotzdem. Sicher ist sicher! Aber was echt das Beste war: Man muss gar nicht alles waschen! – yeah! Also naja, meistens. Kopfläuse sterben innerhalb weniger Stunden von alleine (die brauchen echt die menschliche Kopfhaut, creepy, oder?) Klar, Mützen, Bettsachen und so, die dann aber auch nur bei 60 Grad. Ich hatte da noch so im Kopf:“ Panische Muddi die durch Bude rennt, ALLES sterilisiert, ALLES kocht, auskocht, einfriert, einmauert, vergräbt, verbuddelt, verbrennt“. Naja, dem ist wohl nicht mehr so. Und ich müsste auch nicht wochenlang zu Hause bleiben, sondern dürfte die Kinder nach der ersten Kopflausbehandlung wieder in die Kita geben.

Und was ja sowieso klar ist– Mama, tut mir leid, ist aber so – Kinder, die Läuse haben, sind nicht schmutzig! Ende Gelände. Sämtliche veraltete Läusemythen findet ihr übrigens bei Nyda – eine wirklich lesenswerte und informative Seite, wenn es um das Thema „Läuse“ geht.

Schwieriges Thema, oder? Aber leider immer da präsent, wo viele Menschen sind. Wo viele Kinder sind – zum Beispiel in Kitas, Schulen oder sonstigen Einrichtungen. Darüber wird nur nicht gerne geschrieben (oder gesprochen). Meine Kinder haben insgesamt drei Einrichtungen besucht – und in JEDER Einrichtung hing mindestens einmal halbjährlich der Zettel „Wir haben die Läuse“ an der Tür. Wir hatten sie bisher zwar nicht – aber das war eher Glück.

Jetzt kommt zu diesem Glück endlich auch ein wenig Wissen hinzu.

Weil die alten Geschichten nämlich wirklich nur noch Läusemythen sind – heute weiß man da schon deutlich mehr dazu.

Und jetzt denkt dran: Die Leute, die bei dem Thema immer am lautesten (Aus-)Lachen sind die, die das Kind am nächsten Tag wegen „Husten“ daheim lassen 😉 Das ist Karma, Baby!

In diesem Sinne,

frauheute

Aus Liebe zum Leben.

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