… wenn man nur mit dem Herzen gut sieht

… was macht man dann, wenn das Herz Urlaub macht?  Also nicht so richtig Urlaub. Eher einen Wellnesstrip in die Berge, eine kurze  Auszeit vom Weihnachtsstress nehmen.

Ja, doch. Ich glaube, mein Herz  macht gerade ein wenig Pause. Es hat sich dem Weihnachtsstress ergeben, hängt jetzt mit einem Glas Gin Tonic in der Ecke und hat keine Lust auf triefige Romantik und duselige Schwärmerei.

ICH glaube ja, das hängt an der Weihnachtszeit. Ich finde nämlich, die ist gar nicht so idyllisch. Ich finde, die ist noch nicht mal sonderlich romantisch. Und überhaupt ist sie auch kein bisschen entspannend! Wer hat das gesagt? Und MUSS das so sein? Muss ich heute 15 Sorten Plätzchen backen, morgen sechs Drei-Gänge-Menüs zaubern und übermorgen lachend vor dem Adventskrank sitzen und Kinderpunsch trinken? Och nööö. Ich hab keine Lust. Ich glaube, ich bin der Grinch. Der echte.

In dieser Jahreszeit bin ich vor allem eines: überfordert! Überfordert von Überforderungen. Und den vielen „kannst du mal schnell dieses, du  musst noch jenes, mach mal hier“, die einem nur so um die Ohren fliegen. Ich habe keine Lust auf 5 Kinderfeste, 67 Einladungen auf den Weihnachtsmarkt und 758559 Familienbesuchen. Ich will daheim sein. Vor dem Tannenbaum knien, 5 Stunden für die Bescherung brauchen, dabei Essen vom Chinamann haben und von mir aus auch gekaufte Plätzchen. Dann wäre ich nämlich vor allem eines: e-n-t-s-p-a-n-n-t. Und ist nicht genau DAS  der Sinn und Zweck vom „Fest der Liebe“?

Daran wurde ich erinnert, als ich gestern mit meiner großen Tochter den Film „Der kleine Prinz“ sah. Ich bin ja wirklich hart im Nehmen, aber dieser Film, der brachte mich stark an meine emotionale Belastungsgrenze. Zum einen, weil er unheimlich tragik-komisch ist. Zum anderen, weil die Geschichte dahinter so wahr ist.

Weil man als Erwachsener einfach vergisst, wie es ist, Kind zu sein. Wie ein Kind zu fühlen – oder überhaupt zu fühlen? Und damit meine ich nicht die Gefühle gegenüber den eigenen Geliebten, sondern die Liebe zu ALLEN Menschen. Und die Liebe in den alltäglichen Dingen. Die Einzigartigkeit einer einzelnen Rose, die den anderen so sehr gleicht – und doch ganz anders ist als sie.

Es erinnerte mich daran, dass es nicht wichtig ist, wie andere Leute Dinge bewerten – oder wie wertvoll sie  für andere sind. Sondern dass es am Ende nur zählt, was man selbst fühlt. Und welchen Wert die Dinge für einen ganz persönlich haben.

Und dass die tiefste Liebe sich manchmal in einer ganz gewöhnlichen Rose entfalten kann. Dann ist sie ja eigentlich auch gar nicht mehr gewöhnlich, oder?

Und so mache ich das jetzt mit Weihnachten. Ich besinne mich auf das Wesentliche. Ich Ent-schleunige. Im Prinzip kapituliere ich. Aber das ist ok, denn ich weiß: Dann wird das Herz wieder klar, dann kann ich wieder richtig gut sehen.

Wenn das kein großes Geschenk an mich selbst ist, dann weiß ich ja nicht. Sehen. So ein kleines Wort. Und so eine große Bedeutung.

 

In diesem Sinne,

 

frauheute

Aus Liebe zum Leben.

 

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2 Gedanken zu “… wenn man nur mit dem Herzen gut sieht

  1. Ach, du sprichst mir aus der Seele!
    Genauso schaut auch mein Plan für den Dezember aus 😉
    Hab es auf dem Blog nicht so schön wie du formuliert, aber die Kernaussage ist die gleiche 🙂
    #slowdecember und eine Adventszeit mit Richtgeschwindigkeit „Schneckentempo“… 😉
    So darf es sein!

    Liebsten Gruß
    Julia

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