… mein Umgang mit Social Media und: „ist das noch normal?“

Muddis,

manchmal frage ich  mich ja, was ich da eigentlich so mache, hier im Internet. Meine Freunde fragen mich das übrigens auch immer. „Ey, Heute. Was da los? Hast du denn nicht schon genug anderes zu tun?“. Ja doch. Zwei Kinder. Teilzeitstelle. Mein Studium, der Haushalt (der übrigens niemals nur „ein bisschen“ ist. Eher so „ein  bisschen viel“) und dann hat man ja noch echte Freunde. So Face-to-face.

Und trotzdem blogge ich. Sogar ziemlich regelmäßig. Eine Sache, wofür ich eigentlich keine Zeit habe – sie mir aber trotzdem gerne nehme. Und dann fragen mich die Leute immer wieder: „WIE machst du das eigentlich alles?“. Nun. Ich organisiere – sehr gut sogar.

Ich habe gelernt: Zeit ist wertvoll, deshalb muss man sie sich gut einteilen. Ich instagramme häufig in der U-Bahn, während des Mittagsschlafes, in kurzen 5-Minuten-Pausen, in der Warteschlange  bei DM oder beim Arzt –  und beantworte Fragen,  Anfragen und Kommentare Nachts. Ja, doch. Ich habe auch andere Hobbies – aber das bloggen gehört nunmal einfach dazu. Seitdem ich denken kann, wollte ich Schriftstellerin resp. Journalistin werden. Daraus ist leider nichts geworden, das Leben, die Realität, der Alltag – oder vielleicht waren es auch die Kinder- haben mich zur Vernunft gebracht. So entschied ich mich für ein Studium der Naturwissenschaften in der Hoffnung, dort dennoch meine Kreativität (die sich leider nur auf den sprachlichen Bereich bezieht) ausleben zu können. Ich stehe erst am Anfang meines beruflichen Werdeganges – dennoch bin ich guter Dinge. Denn wer nicht träumt  hat schließlich auch nicht mehr zu verlieren (oder gewinnen) als einer, der es nicht tut, oder?

Manchmal  mache ich mir dann trotzdem so meine Gedanken. Bin ich etwa Gedankenexhibitionistin? Steh ich drauf, anderen meine Geschichten zu erzählen? Und falls dem so ist, kann ich die nicht einfach meiner Kübelpflanze erzählen? Und wer guckt mir da eigentlich immer zu? Sind die wirklich alle nett? Kennen die mich etwa sogar (die Antwortet lautet:Ja! Sie kennen mich!). Und bin ich wirklich so, wie ich mich gebe? Gibts denn nicht schon genug Blogs? Eigentlich hab ich doch gar nichts zu erzählen. Nur so ein bisschen aus dem Leben. Aber ein „bisschen Leben“ stimmt ja gar nicht. Das Leben ist rießengroß und weit und schön -man muss es nur leben. Auskosten. Dann bietet es ja eigentlich genug Stoff.

Trotzdem. Ich  habe eine Antwort gefunden: Ich liebe das Schreiben! Das Zeigen. Den Austausch. Ich liebe es Menschen zu treffen, zu lesen, zu inspirieren, inspiriert zu werden – und ich mag gerne Liebe geben. Klingt komisch,oder? Ich habe manchmal das Gefühl, mein Herz ist so voller Liebe, da kann ich doch ein wenig teilen. Weil manche Herzen das so dringend brauchen. Weil manche Herzen ein bisschen einsam sind. Aber auch, weil ich mir selbst Gutes dabei tue.

Schreiben ist ein bisschen wie Therapie: Man ordnet seine Gedanken. Man findet heraus was man mag – oder was man nicht mag, was man wirklich denkt – was andere denken und ob es vielleicht an der Zeit ist, die eigene Meinung zu überdenken. Schreiben offenbart so viel:ÜBER sich, aber auch FÜR sich. Seitdem ich blogge, bin ich mir ein ganzes Stück näher gekommen. Wo sonst ein großes Fragezeichen war, ist jetzt ein deutliches Ausrufezeichen. Selten habe ich mich so intensiv mit mir selbst beschäftigt, wie ich es seit dem Bloggen tue. Schreiben macht die Seele glücklich –  meine Seele glücklich!

Manchmal ist es auch ein bisschen Sozialstress. Dann blinkt das Handy im Sekundentakt, der Mailaccount ist voll, Whatsapp will auch wieder was von mir und ja. Dann habe ich  manchmal das Gefühl, ich sollte das Ding einfach in die Ecke werfen. Klappe zu, Ende aus. Aber dann, dann gibts so Tage, da mag ich es besonders gerne. Wenn wildfremde Menschen einem nette Dinge sagen (was übrigens viel öfter geschehen sollte!), nette Post für die Mäuse eintrifft, sich schöne Gespräche entwickeln oder man Menschen trifft, die das eigene Leben wirklich bereichern.

Ich glaube, das mit dem Bloggen ist Flucht und Segen gleichermaßen. Ich übe mich noch in einem gesunden Umgang damit, nehme mir vor, das Handy nicht zwangsläufig in jeder 5-Minuten-Pause in die Hand zu nehmen, sondern mal wieder aus dem Fenster zu gucken. Gucken, was da so passiert. Und dann hebt man den Blick sieht plötzlich all die anderen Menschen, die wie hypnotisiert in ihr Handy starren. Ja Frauheute, da gehörste sonst auch dazu.

Ach. Dieses Internet. Manchmal, ja manchmal, da frag ich mich: Ist das noch normal? Und was ist überhaupt normal? Und bin ICH überhaupt normal? Aber was zählt das schon. Hauptsache man ist glücklich damit. Dann ist es auch egal, was all die anderen sagen. Dann sind sie egal, die vielen anklagenden Fragen, ob man denn keine anderen Hobbies hat. Die hochgezogenen Augenbrauen wenn man sagt: „ich blogge gerne“. Das Schmunzeln hinter verborgener Hand. Ja, eigentlich ist es nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass es uns glücklich macht, mich glücklich macht. Dass man zufrieden ist mit dem, wie es ist. Und ja, es ist gut, wie es ist.

In diesem Sinne: Toleranz, Ladies. Toleranz.

Frau Heute

Aus Liebe zum Leben.

Advertisements

2 Gedanken zu “… mein Umgang mit Social Media und: „ist das noch normal?“

  1. So unglaublich schön geschrieben und ich kann es so gut nachvollziehn ❤️ ich habe meinen Blog zwar erst seit letzter Woche aber auf Instagram bin ich ja doch schon ne Weile aktiv und JA ich finde das Schreiben, der Austausch, das Lesen, die Komplimente, JA das alles macht mich glücklich. Und wenn es doch mal zu viel wird, dann mach ich einfach ne Pause. Blop so, weil ichs will, weil ichs kann.
    Weiter so, deine Texte sind wirklich was ganz besonderes ❤️
    Liebe Grüße vom Julchen

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s